Dienstag, 11. März 2014

Oktober 13

Sarkasmus und Vergaenglichkeit

In letzter Zeit stellen WIR immer oefter fest, wie schnell vergaenglich doch Vieles sein kann.
Sowohl im Sinne von ''Das Leben kann jederzeit vorbei sein'', doch vielmehr aber im Sinne von ''Alles veraendert sich''.

Dinge, die einmal wichtig waren, verlieren an Bedeutung, Anderes gewinnt daran.
Manches, was einmal war, doch leidlich zerbrach, kehrt wieder, manches bleibt weiterhin zerruettet, doch wer weiß schon, fuer wie lange?

Wenn etwas sein soll, dann wird es, denken WIR. Manches auch nur mit unserem Zutun.
So ist es auch mit den Bekannten Tueren. Sie oeffnen und schließen sich. Manche muessen von uns geoeffnet und verschlossen werden. Manche koennen wir erneut oeffnen, fuer Andere verschwinden ab einem gewissen Zeitpunkt die Schluessel. Andere springen einfach auf, wir stolpern hinein und es eroeffnen sich voellig neue Moeglichkeiten.

Doch zurueck zur Vergaenglichkeit. Alles aendert sich.
Menschen gehen, Menschen erscheinen, ebenso Freundschaften und Beziehungen, die sich ergeben, aber genauso zerbrechen.

In gewisser Weise empfinden WIR hierbei eine Art von sarkastischer Freude.
Heute eine alte Liste wiedergefunden (*WIR sind riiesiger Fan von voelligst sinnlosen Listen*), auf der saemtliche, UNS bekannte Paerchen notiert waren.
Waehrend UNSERE Augen also die Liste hinabschweiften, mussten WIR ein wenig lachen.
Gleich die ersten Drei der Liste waren natuerlich bereits getrennt, groeßtenteils zu UNSERER Freude. Nicht, bloß aus Sadismus, sondern einfach der Schadenfreude wegen. So hatten sie doch voller Ueberheblichkeit alle behauptet, das sei ''Die ewige Liebe, die NIE zerbricht''. Und doch war es vergaenglich, wie so Vieles...
Ueberhaupt erfreut UNS die Vergaenglichkeit.
Manches MUSS einfach zerbrechen, sich veraendern, vergehen. So Vieles ist doch einfach nicht zur Ewigkeit gedacht, gluecklicherweise nicht zur Bestaendigkeit verbannt.

So sehr man um vielerlei Dinge auch trauern kann, so kann man sich auch ueber vieles Neues freuen.
Wenn man die neuen Chancen zulaesst und ergreift.
Veraenderungen lassen sich nur selten stoppen, Bestaendigkeit laesst sich nunmal nicht erzwingen.
Aber man kann lernen, sich an Neuem zu erfreuen und die Hoffnung zu haben, dass all das Gute, fuer uns Bedeutungsvolle irgenwann wiederkehrt. Und manchmal kann man sogar was dafuer tun.

So freuen WIR UNS zumeist auch ueber das Ende vielerlei Sachen.
Manches wird nach einiger Zeit auch einfach langweilig. Oder anstrengend. Oder nervig.
Neuer Wind bringt Aufregung, aber sicherlich auch Sturm mit sich.
Und genau dieser Sturm ist es, den WIR manchmal brauchen.
Eine angenehme, gewohnte  Brise genießen kann nunmal nicht Jeder...
Das waere doch zu einfach, es wuerde weder zum Leben an sich, noch zum Schicksal passen.

Oder etwa doch?  Gibt es Dinge, die tatsaechlich ueberdauern koennen? Zumindest fuer eine ganze Weile?
Oder so häufig wiederkehren, dass sie doch irgendwie eigentlich nie richtig vergehen?
Sehnt sich nicht jeder- wenn auch zumindest WIR es uns nie eingestehen wuerden- ein klein wenig nach Bestaendigkeit?
Etwas, das so gewohnt und verlaesslich ist, das es Sicherheit gibt? Anker und Konstante im Wirr-Warr von Veraenderungen sein kann?

Was aber ist mit dem Konflikt aus Veraenderung und Bestaendigkeit?
Was, wenn man sich beides wuenscht? Beides braucht?

Es ist wohl mit einem Schiff zu vergleichen. Bei ruhiger See wird kein Anker benoetigt. Er stoert, das Schiff kann bei heruntergelassenem Anker nicht an neue Orte reisen, ist gefesselt quasi. Wird von seinem Sinn, der ewigen Suche abgehalten. Schaetze sind kaum zu finden, bleibt man immer nur im Hafen er Heimat verankert.

Bei Sturm jedoch ist man froh ueber einen Anker. Ohne Anker geht man schnell in tobender See unter, wird weggestroemt, an Orte, wo man nicht hin will. Der Anker haelt das Schiff, bis die See sich beruhigt.
Nach dem Sturm braucht man dan Oft einen Hafen, Heimat, zur Erholung.
Kann nicht sofort ruhelos alleine weiterziehen.

Eine Kombination aus Allem als Loesung?
Freiheit und Reise zur Schatzsuche, Selbstfindung, Erfahrungsjagd.
Ein Anker, der bei Sturm haelt, zum Schutz vor dem Zerbersten an schweren Steinen.
Ein Hafen als Erholung, Ruheort, ein immer wieder Zurueckkehren und irgendwann endgueltig Ankommen?

Steht es vielleicht doch alles gar nicht so sehr in Kontrast?
Ein Anker kann toll sein, solange er Freiheiten laesst, nicht staendig fest im Boden haengt.
Eine Reise bringt Abwechslung, solange sie nicht zu viel Kraft kostet und man dabei hilflos untergeht.
Ein Hafen als Sicherheit, solange man dort nicht gefangen ist, auch noch reisen kann.

Bestaendigkeit und dennoch Veraenderungen.
Schwierig, die Balance zu halten, nicht eins von Beidem komplett aufgeben zu muessen.

Des Raetsels Loesung liegt wohl in der freien Entscheidung. Nichts aufgezwungen zu bekommen, Freiheiten zu haben, doch dennoch Konstanten, die bleiben und verlaesslich sind.

Es gibt keinen Grund zur Flucht. WIR lernen, einen Moment lang auch mal die sanfte Brise im Hafen genießen, die naechste stuermische Reise kommt manchmal ganz von selbst.
Es waere daemlich, den Anker wegzuschmeißen um den Schatz zu suchen.
Dann wuerde man nicht bemerken, dass der Anker aus Gold ist.

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